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Die Steigerung von „MUT“?

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MUT – DEMUT  -  Übermut  - Gleichmut  - UNMUT  - GROSSMUT

„Deutsche Sprache, schöne und ausdrucksstarke Sprache!“ – Der langgediente Satz passt, wenn man den Aktionismus aller beteiligten Unbeteiligten sieht, der seit gestern Abend unterwegs ist, um (endlich) die Gelegenheit gekommen zu sehen, den Bayern und insbesondere Markus Söder, unserem Chef an den Karren zu fahren.

Mit MUT hatten er und unsere Gesundheitsministerin allgemeine CORONA-Tests zu Ferienbeginn (kostenfrei dazu) angesetzt und Neues gewagt, obwohl es vielen Bedenkenträgern aus anderen Ländern und Parteien zum Trotz geschehen musste. Das Ziel, möglichst alle zu erfassen, die ihr Urlaubsgekuschel für wichtiger gehalten haben als akkurate Gesundheitsvorsorge, bestimmte das Tempo der Aktion. Jetzt wissen wir: Die Experten waren dem unterschätzten Ansturm nicht gewachsen – auch deshalb nicht, weil Bayerns Umsicht bei 15 anderen Ländern und dem Bund nicht auf Gegenliebe stieß.

Mit DEMUT haben die in Bayern Verantwortlichen auf die Großpanne reagiert, die daraus erwuchs, dass Ersatzdatensammler an den Grenzen nicht digitalisiert (besser: genormt) arbeiten konnten. Ersichtlich war der Bayernvorschlag gut, in der Umsetzung aber zu schnell. Das ist jetzt eingestanden und die Schlussfolgerungen sind gezogen. Guter Wille an der Front und Einsatzeifer sind kein Bestrafungsgrund. Das macht verständlich, dass der Personaleinsatz im LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) überprüft wird, nicht im Ministerium.

Voll ÜBERMUT stürzen sich heute alle die Säumigen von gestern, die lieber nichts versucht und getan sähen, um Virusgeschädigte ausfindig zu machen, auf das Auswertungsdefizit, obwohl eigentlich ausdrücklich feststeht, das alle Getesteten zu warten hätten, bis sie „ihr Ergebnis“ vorliegen haben. Längst wissen wir doch alle, dass einem Virus mit Geduld zu Leibe zu rücken ist. Dieser Grundsatz würde in der Realität nicht nur für den MPR (Ministerpräsidenten) gelten, wenn die Kommentatoren (bis in die Professorenschaft) nicht ausschließlich auf Sühne und Bestrafung aus wären.

Mehr GLEICHMUT wäre angebracht, wenn mit einer Pandemie, dem COVID 19 umgegangen wird: Das allerdings hielten die Kritikdurstigen unter den Pandemiebeobachtern für kaum hilfreich: Es ersparte uns allen Kommentare wie die heute und riefe in der Zukunft wenigstens mehr Mutige auf den Plan. Die föderative Handhabung der Pandemie hat uns eine Vielfalt im Vorgehen dagegen beschert, die der weltweiten Diskussion des Themas richtig guttut. Gerade auch deshalb, weil Bayern strikt bemüht ist, die nicht verschuldete Seuche möglichst „außen vor“ zu halten.

Mir scheint gut, dass der Freistaat, dass die Staatsregierung nichts unversucht lässt, uns vor Ansteckung zu bewahren. Die Kommentatoren lieben diese Infektionsschiene sichtlich und beteiligen sich gern an UNMUT, der bei konsequenter Arbeit niemals ausbleibt. Söder und Huml, seiner Gesundheitsministerin kann das gleich sein. Mit anderen hoffe ich da auf Großmut.

München, Senioren-Union der CSU am 17. August 2020

WPH

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